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Herzlich willkommen auf Pfelgestammtisch.de!

Pflegestammtisch.de ist der Treffpunkt für alle Pflegenden, egal ob aus professionell / beruflichem Interesse oder aufgrund eines Pflegefalls im privaten Umfeld.

Hier sammeln wir interessante Beiträge zu aktuellen Ereignissen sowie viele hilfreiche Tipps und Tricks, die den Pflegealltag erleichtern. Die Autoren kommen aus der Pflegebranche und sind in gut in relevanten Kreisen vernetzt, sodass der Blog den Lesern stets aktuelle, fundierte Beiträge bietet. Unsere Einträge richten sich dabei direkt an Pflegende und stellen Informationen vor, die jeder im Pflegedienst oder für die häusliche Pflege kennen und beachten sollte. Die Themen erstrecken sich dabei von nützlichen Hilfen für den Pflegealltag, wie die häufig unterschätzen Pflegeoveralls, über informative Veranstaltungen oder neue Erfindungen bis hin zu relevanten Gesetzesänderungen, die unsere Community betreffen. Wir wählen als Medium einen Blog da heute schon viele Menschen aus der Pflege das Internet nutzen um sich zu Informieren oder in Online Sanitätshäusern einzukaufen.

Die Initiatoren des Blogs haben selbst jahrelange Erfahrung in der Pflege und mussten dabei feststellen, dass es wenige geeignete Informationsquellen für Pflegende gibt. Insbesondere im Umfeld privater Pflege kann dies ein großes Problem darstellen, da Informationen über neue, vielversprechende Lösungsansätze die richtigen Personen nicht erreichen. Dies hat negative Folgen für alle Betroffenen – die Pflegenden sowie die Gepflegten. Aus diesem Grund soll Pflegestammtisch.de eine Anlaufstelle für Interessierte rund um den wichtigen, leider im gesellschaftlichen Diskurs häufig vernachlässigten Bereich der Pflege hilfsbedürftiger Personen sein. Gemeinsam möchten wir die Leben aller Betroffenen verbessern und hoffen die Bedeutsamkeit und Anerkennung von Pflege in der Gesellschaft zu stärken!

 

„Pflegestufe 0“

Die sogenannte „Pflegestufe 0“ stellt keine Pflegestufe im Sinne des Gesetzes dar, ist jedoch ähnlich zu verstehen. Sie bezeichnet Menschen mit nachweislich erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, die nicht die Voraussetzungen der Pflegestufe 1 erfüllen. Da insbesondere Personen mit Demenz, psychischen Erkrankungen oder geistigen Einschränkungen bisher schwerlich an Pflegeleistungen kamen, hat der Gesetzgeber zum 01.01.2015 die „Pflegestufe 0“ eingerichtet, um dem erhöhten Betreuungsbedarf der Betroffenen gerecht zu werden. Wie auch die Anerkennung einer „echten“ Pflegestufe liegt die Zuständigkeit zur Genehmigung dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung, der anhand eines 13 Punkte umfassenden Kriterienkatalogs die Voraussetzungen prüft (§45a SGB XI). Maßgabe ist hier ein Vorliegen der Bedürftigkeit für ein „Mindestmaß an Pflege“. Die 13 Kriterien umfassen beispielsweise das „unkontrollierte Verlassen des Wohnbereichs“, die „Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus“ oder eine „Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren“.

Auszug aus Sozialgesetzbuch:

  1. unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz);
  2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen;
  3. unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen;
  4. tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation;
  5. im situativen Kontext inadäquates Verhalten;
  6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen;
  7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung;
  8. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben;
  9. Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus;
  10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren;
  11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen;
  12. ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten;
  13. zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression.

Dabei müssen für die Bestätigung einer eingeschränkten Alltagskompetenz entscheidend nicht alle Kriterien erfüllt sein müssen, sondern lediglich zwei. Hierbei muss mindestens ein Punkt aus den Kriterien 1.-9. erfüllt sein Um zusätzlich einen erhöhten Betreuungsbedarf anerkannt zu bekommen, muss der Betroffene ein zusätzlich eines der Merkmale 1.-5., 9. oder 11. erfüllen. Entsprechend der Stärke der Einschränkungen des Betroffenen stehen ihm bzw. ihr anschließend 104€ bis zu 208€ im Monat für Betreuungs- und Entlastungsleistungen zur Verfügung. Dieser Zuschuss ergänzt das ggf. gezahlte Pflegegeld (123€) für pflegende Angehörige oder Freunde bzw. die Pflegesachleistungen (231€) für professionelle Pflege eines Pflegedienstes. Sollte im Falle einer professionellen Betreuung der monatliche Höchstbetrag nicht ausgeschöpft werden, so steht es dem Gepflegten zu, den Restbetrag bis zu maximal 40% des Gesamtbetrags für Betreuungs- und Entlastungsleistungen (bspw. Betreuungsgruppen oder Haushaltshilfen) zu verwenden (§45b SGB XI). Auch für den Fall der Pflege durch Angehörige gibt es Zusatzregelungen, die diesen bspw. dabei hilft, Urlaub zu machen oder bei Krankheit des / der Pflegenden eine Pflege durch einen Pflegedienst sicherzustellen. Hierzu stehen pro Gepflegten mit „Pflegestufe 0“ 1.612€ für 4 Wochen bis zu 2.418€ für 6 Wochen mit erhöhtem Zuschuss zur Verfügung. Darüber hinaus stehen Personen nach mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz („Pflegestufe 0“) §40 SGB XI weitere Leistungen zu, wie bspw. Hilfsmittel (Verbrauchsartikel der Pflege) für bis zu 40€ pro Monat, sowie weitere Hilfsmittel wie Rollatoren oder die Einrichtung eines Hausnotrufs sowie Fördermittel zur altersgerechten Wohnraumanpassung (bis zu 4.000€ bspw. für Treppenlifte oder den Einbau einer bodengleichen Dusche).

Hilfreiche Links

Bundesministerium für Gesundheit – Pflegestufen

Bundesministerium für Gesundheit – Eingeschränkte Alltagskompetenz

Definition Pflegestufe 0

Voraussetzungen zu Pflegestufe 0

Leistungen der Pflegestufe 0